Blog_Beitr_IMG_1579

Vom Modell zur Bronze #7 Der Rohguss

Kommentare 0
Vom Modell zur Bronze

So, die Figur ist gegossen. Die Schamotte ist abgeschlagen und der Rohguss freigelegt und — Aua, wie sieht das denn aus?

Der Hockende sitzt wie in einem mittelalterlichen Folterstuhl in den Einguss- und Abluftkanälen, über ihm der Einfüllstutzen. Eigentlich auch eine sehr schöne skulpturale Idee. Überall staken Bronzestifte heraus (im Foto unten rot markiert). Diese Stifte sind schon in die Wachsform gestochen worden. Sie haben die Aufgabe, den Schamottkern in der richtigen Position zu halten, wenn der Wachs ausgeschmolzen wird.

Blog_IMG_1573      Blog_IMG_1578

Die Oberfläche hat eine nicht sehr schöne, leicht rostig wirkende, sehr harte Gusshaut. Die aus der Wachsform herausgeschnittenen Öffnungen zum einfüllen der Schamotte sind mitgegossen worden und hängen an entsprechenden Gusskanälen (im Foto unten rot markiert). Jetzt werden zunächst die Kanäle abgeflext. Die herausgeschnittenen Teile eingefügt und verschweißt. Genauso werden kleine Fehlstellen, Gasbläschen etc zugeschweißt. Filigrane Handarbeit.

Blog_IMG_1575      Blog_IMG_6523

Dann geht es weiter mit dem eigentlichen Zieselieren. Die Schweißnähte werden gefräst, geschliffen, gepunzt, bis die ursprüngliche Oberfläche des Modells wiederhergestellt ist. Danach wird die gesamte Figur sehr fein gesandstrahlt.

Blog_IMG_6519   Blog_IMG_1750

Voila. Das sieht doch schon besser aus.Rico und sein Team haben hervorragende Arbeit geleistet. Ich bin sehr erleichtert, dass die papierene Knittrigkeit des Modells in der Bronze wunderbar erhalten geblieben ist.  Aber noch sitzt die Figur hier mit der gleichmäßig gesandstrahlten Bronzeoberfläche. Da kann man noch mehr herausholen.

Blog_IMG_1630   Blog_IMG_1632

Man könnte sie jetzt z.B. auf Hochglanz polieren, vergolden, bemalen oder was auch immer. Das hängt natürlich ganz von der Figur ab und der Wirkung, die sie erzielen soll. In einem letzten Schritt wird der Hockende patiniert werden. Diese Form von Zauberei zeige ich im nächsten Beitrag.

Bis dahin

Uwe

Schreibe einen Kommentar